REISEBERICHT TEIL 1: Zwei Snipzer auf Schnäppchenpfaden…

Die ganze Geschichte erwuchs aus einer Bierlaune: Einen Kurztripp mit Ryanair über 2 bis 3 Tage, egal wohin und dabei so wenig Geld wie möglich lassen – das war die Vorgabe.

Und als ich dann im September auf das 1 Cent-Angebot von Ryanair stieß, da nahm das Vorhaben erste Konturen an. Für Euch habe ich den Tripp verschriftlicht und mit dem einen oder anderen Bild illustriert. Ich hoffe, Ihr hapt ein wenig Spaß beim Lesen:

.

Jetzt ist es ca. 4.00 Uhr morgens und ich komme gerade nach einer etwas mehr als zweistündigen Anreise am Flughafen “Düsseldorf” (naja!) Weeze an.

Wie es sich für einen richtigen Snipzer gehört, bin ich die ganze Fahrt schön gleichmäßige 130 bis 140 km/h gefahren und habe durchschnittlich etwas über 6 Liter verbraucht. Die Bahn war zwar absolut frei, sogar zwischen Köln und Düsseldorf, aber die Ansage war: Wir sparen, sparen, sparen und versuchen so wenig Geld wie möglich auszugeben.

Deswegen handel ich auch direkt nach meiner Ankunft am Flughafen vollkommen gegen mein Naturell und verschmähe die zwei Parkplätze direkt vor dem Terminaleingang und fahre weiter zu Parkplatz 2. Hier kosten drei Tage nur 28 Euro statt 46,- Euro auf Parkplatz 1. Das sind 18,- Euro gespart, die sollen mir später in irischen Kneipen noch anderweitig nützlich sein.

Und da steht es schon – unser feines Flugzeug! Der Flug hat mich sensationelle 4 Cent inklusive Steuern und Flughafengebühren für zwei Personen nach Shannon/Irland hin und zurück gekostet. Da kann man wirklich nicht meckern – und selber fliegen kann man für das Geld schon gar nicht! Dass hier nur Handgepäck und Online-Checkin möglich ist, das kann ich sehr gut verkraften.

Am Flughafen selbst verläuft alles ruhig und geht seinen Gang. Gürtel aus, Gürtel an – nix für Dicke! Aber in die Luft gesprengt werden will man ja schließlich auch nicht.

Der Flug ist kurz und ohne Ruckelei und so landen wir planmäßig um 7.00 Uhr Ortszeit in Irland auf den Shannon International Airport. Ausgegeben habe ich bisher 15,- Euro Sprit, 18,- Euro Parkplatz und 4 Cent für den Flug – das macht zusammen 33,04 Euro.

Doch jetzt beginnt die Sache schnäppchentechnisch aus dem Ruder zu laufen. Wie kommen wir zum Hotel. Zwar habe ich ein sehr sehr günstiges etwas außerhalb liegendes Hotel gebucht, doch habe ich die Anreise und die täglichen Fahrten zwischen Hotel und Limerick vollkommen unberücksichtigt gelassen. Also kamen erstmal 35,- Euro für eine Taxifahrt zum Travellodge Hotel Limerick hinzu – die Rechnung erhöhte sich damit auf 68,04 Euro. Das Hotel selbst kostete 36,- Euro pro Nacht zzgl. Early-Checkin von 10,- Euro insgesammt 82,- Euro. Dazu kamen 12,- Euro für 4 Heineken – macht in der Summen nun bereits 162,04 Euro und wir waren gerade erst da.

Gut, es war jetzt ca. 8.00 Uhr und wir legten uns erstmal in die Kiste. Leider vergaßen wir den Wecker zu stellen und so war es fast 13.00 Uhr, als wir hinunter zu “Eddies Rocket” gingen, einem dem Hotel angeschloßenem American Diner. Hier gabs erstmal Full Irish Breakfast – die Rechnung stand jetzt bei 182,04 Euro, allerdings hatten wir als Gegenleistung für die 20,- Euro 6 Eier in gerührter Form, 4 irische Frühstückswürstchen, 6 Scheiben besten Frühstücksbacon und Toast mit Butter und Marmelade erhalten.

So, kleines Schläfchen! Iss ja klar. Danach aber – es ist nun 16.00 Uhr – fluchs ein Taxi bestellt (wieder 10,- Euro) und hinein ins Zentrum von Limerick. Ich war überrascht. Liest man im Netz doch eher von der Hauptstadt des Europäischen Verbrechens und hässlichen Industrieslums, so erwartete uns hier doch ein sehr schönes Städtchen mit belebter Einkaufszone, aber auch einem tollen mittelalterlichen Stadtkern. Doch dazu komme ich später. Jetzt brauchten wir erstmal was kühles Blondes. Die Shotclock steht bei 192,04 Euro – aber Bier muss nun mal sein.

Ach und ich vergaß: Das ist Herr Otterich. Er begleitet mich auf diesem Tripp. Ich habe ihn für dieses Unterfangen ausgewählt, da ich ihn schon seit vielen Jahren gut kenne. Otterich ist im Herzen Schotte. Er wurde über die Jahre für mich zu einem Synonym für Sparsamkeit und Pfennigfuchserei – böse und ungerechte Menschen haben es oft auch als Geizhalsigkeit bezeichnet, aber ich bin überzeugt, hierbei handelt es sich um weniger als üble Nachrede.

So, hinein in den ersten einigermaßen ansprechenden Pub. Hier gab es neben einigen unvorstellbar ekelerregenden handwarmen Ales zwei verschiedene Sorten Lager: Budweiser Ice Beer durch die Guiness-Brauerei vertrieben und Heineken. Wie begannen mit einem durchaus trinkbaren Budweiser Ice Beer. Der Schreck kam direkt und unverzögert über uns: Das Pint kostete 4,60 Euro! Was tun? Sicher, am Bier zu sparen ist immer die falsche Entscheidung, aber fast 5,- Euro – das sind ja 10,- Mark! Nun gut, 6 Pint und 55,20 Euro später verlassen wir den Pub und sind guter Dinge. Der Ticker steht auf 247,24 Euro.

Und da: ein Zeichen! Gleichzeitig konnten wir es am vom Abendrot erstrahltem Himmel leuchten sehen – das goldene M! M wie makellose Schönheit, M wie mörderisch günstige Sparpreise, M wie maximal gesunde Nahrungsmittel? Egal – hinein. Ein zweifacher Quarterpounder mit Käse und doppeltem Bacon, das sollte es sein. Die Frage nach der Pommes und der Cola verneinte ich, ich wollte ja, dass meine Weightwatchers-Betreuerin stolz auf mich ist. Die Burger waren schnell verschlungen, doch unsere von Hunger zerfressenen und ausgemergelten Körper schrien nach mehr – doch Nein! Genug von Fastfood. Wir standen auf und gingen weiter, um nach 50  Metern in einen Burger King einzukehren. Ich war sowieso schlecht drauf von der vielen Lauferei und so wurde es jetzt ein Angry Whopper – das passte ja. Unterm Strich gingen hier 25,- Euro für Burger über die Theken und so hatten wir jetzt 272,24 Euro ausgegeben.

Mit dem Taxi zurück ins Hotel (wieder 10,- Euro) und ab in die Kiste. Nach einer Stunde “Wer wird Millionär” auf Englisch schlief ich erschöpft ein und wachte erst am nächsten Morgen um 10.00 Uhr auf. Full Irish Breakfast war jetzt angesagt – und so kam es auch. Wieder 20,- Euro und mit dem Taxi von gestern waren es nun 302,24 Euro.

Fazit bisher: Das mit der absoluten Sparsamkeit kriegen wir irgendwie nicht hin, dafür haben wir zuwenig geplant. Aber es sollte noch dicker kommen! FORTSETZUNG FOLGT…

alexander

Ich bin Alex, zusammen mit Tobi habe ich Snipz.de im Januar 2009 gestartet und euch bis Ende 2018 jeden Tag mit den besten Schnäppchen versorgt.Seit 2019 widme ich mich nun neuen Herausforderungen, da ich nach 9 Jahren intensiver Schnäppchensuche einfach mal einen Tapetenwechsel brauchte.

13 Comments
  1. Mal abgesehen von dem Flug ist da noch nichts wirklich sparsames zu erkennen ;-)

    • @Torben2904: Ja, du hast recht. Aber wir waren absolut wild entschlossen. Flug & Hotel sind schon recht günstig. Leider haben wir es aber nicht geschafft – und es wird noch schlimmer kommen, doch davon bald mehr…

  2. schöner Bericht, sowas wollte ich auch immer schon mal machen. Aber eher in etwas wärmere Gefilde, z.B. Lissabon oder Malaga.

  3. *g*

    Flug und Hotel sind in der Regel nciht die Kassensprenger…

    Wir haben uns allerdings am 9.10 einige NULL Euro Flüge (danke Datenbankfehler) bei Ryanair gesichert. Wird wohl ähnlich werdern in Porto / Fez / Venedig…

  4. Grandioser Bericht, Frühstück, Bier und Hamburger bekomme ich auch in Deutschland….

  5. wow, da bin ich mal auf den 2. teil gespannt ^^
    aber wirklich… ich will nämlich auch bald mal nach irland ;)

  6. Bin ab Montag mit Freundin in Stockholm, für 5,50€ pro Flug ;)
    Falls gewünscht schreibe ich auch mal nen Bericht, mal schaun wer billiger wegkommt :D

  7. Ich glaub, in deiner Rechnung fehlen 10€. Erst standen dort 28€ Parkgebühren und dann plötzlich 18€…..

  8. Dann lass uns bitte nicht so lange auf Teil 2 warten! Bin gespannt.

  9. Hallo Alexander,
    Freu mich schon auf die Fortsetzung. Besonders ob dein Pfennigfuchser- Kumpel diesen Tripp überleben wird.
    Hoffentlich geht eure Freundschaft dabei nicht flöten^^. Zur Not spendier ihn den Flug.

  10. netter bericht :D
    aber sparfüchse seid ihr echt nicht ;-)

    Hinterlasse einen Kommentar